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Früher an später denken: Erbschaft- und Schenkungsteuer sparen

Geschäftsleiter Mandantenbetreuung bei Lehnen & Partner.

Zuletzt aktualisiert: 16.10.2025
Vermögensübertragung mit Vorbehaltsnießbrauch – steuerliche Gestaltungsberatung

Das Wichtigste in Kürze

  • Freibeträge nutzen: Ehegatten können sich alle 10 Jahre 500.000 €, Eltern jedem Kind 400.000 € steuerfrei übertragen – entscheidend sind Eigentumsverhältnisse und frühzeitige Planung.

  • Vermögen frühzeitig übertragen: Durch gezielte Schenkungen zu Lebzeiten lassen sich Freibeträge optimal ausnutzen und hohe Steuerlasten im Erbfall vermeiden.

  • Vorbehaltsnießbrauch: Immobilie kann auf Kinder übertragen werden, während Eltern das Nutzungsrecht (Mieteinnahmen/Nutzung) behalten – so bleibt die Versorgung gesichert.

  • Steuerlicher Vorteil: Der Wert des übertragenen Vermögens wird durch den Nießbrauch reduziert, was mehr steuerfreie Übertragungen ermöglicht.

  • Rechtliche Abstimmung: Vor einer Übertragung sollten Versorgung der Eltern und Testamentsgestaltung immer mitbedacht und abgestimmt werden.

Der Fiskus erhält bekanntlich bei Vermögensübertragungen (Tod oder Schenkung) in Form der Erbschaft- bzw. Schenkungssteuer auch ein Stück vom Kuchen. Der Freibetrag (für sämtliche Erwerbe innerhalb von 10 Jahren) für Schenkungen und Erbfälle zwischen Ehegatten beläuft sich aktuell auf 500.000 €, für die Übertragung von Vermögen auf ein Kind sind 400.000 € je Elternteil steuerfrei. 

Bereits hier erkennen Sie, wie wichtig die Eigentumsverhältnisse bei Ehegatten sind, da jeder Elternteil jedem Kind alle 10 Jahre 400.000 € steuerfrei übertragen kann. Sollten erhebliche Vermögensdifferenzen zwischen den Ehegatten bestehen, kann in Form von ehevertraglichen Gestaltungen frühzeitig Vermögen steueroptimal verschoben werden, sofern dem keine außersteuerlichen Gründe entgegenstehen. Ebenso kann es steuerlich sinnvoll sein, Vermögen bereits frühzeitig auf die Kinder zu übertragen, um zu vermeiden, dass im späteren Todesfall die Freibeträge zwischen den Ehegatten oder zu den Kindern unnötig überschritten werden. Neben der jeweiligen Testamentsgestaltung ist natürlich entscheidend, wem auf lange Sicht welche Vermögenteile zugesprochen werden sollen.

Bevor Eltern sich nun für die lebzeitige Übertragung von Vermögen auf die Kinder entscheiden, sollten sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie das Eigentum hieran verlieren und somit nicht mehr frei über das Vermögen (z.B. Immobilie) verfügen können. In diesem Zusammenhang ist daher unabdingbar, das Versorgungsbedürfnis der Übergeber aktuell und in Zukunft zu beleuchten; die beste Steuergestaltung nützt schließlich nichts, wenn die Übergeber später ohne ausreichendes Vermögen und Einkommen auskommen müssen. Ebenso ist die erbrechtliche Gestaltung mittels Testament auf die lebzeitigen Übertragungen abzustimmen.

Bei lebzeitigen Übertragungen von beispielsweise Immobilien bietet das Instrument des Vorbehaltsnießbrauchs gleich zwei erhebliche Vorteile.

Vorbehaltsnießbrauch: Ihre Vorteile auf einen Blick

Der Übergeber verliert zwar das Eigentum an der Immobilie, jedoch steht ihm durch den Nießbrauch weiterhin die Fruchtziehung, sprich die eigene Nutzung oder die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, aus dem Objekt zu. Somit ist das Problem des Versorgungsbedürfnisses insoweit behoben.

Daneben mindert der Nießbrauch, abhängig vom Alter des Übergebers, den steuerlichen Übertragungswert mitunter ganz erheblich, sodass weit mehr Vermögen übertragen werden kann, ohne dass die Freibeträge überschritten werden. Der Gedanke des Gesetzgebers hierbei war, dass der Beschenkte durch die Belastung mit dem Nießbrauch einen geringeren Wert erhält als ohne Belastung mit Nießbrauch, da er das Objekt weder selbst nutzen noch Einkünfte daraus erzielen kann.

Beispiel für die Vermögensübertragung mit Vorbehaltsnießbrauch

Vater (65 Jahre) ist alleiniger Eigentümer einer vermieteten Immobilie (Verkehrswert 1 Million €, Jahreskaltmiete 60.000 €). Diese Immobilie überträgt er im Wege der vorweggenommenen Erbfolge unentgeltlich ohne / mit Vorbehaltsnießbrauch auf seine Tochter.

Lösung

An diesem Beispiel lässt sich leicht erkennen, dass man neben der Ausnutzung der Freibeträge alle 10 Jahre durch die Variante mit Nießbrauch den Wert des steuerfrei übertragbaren Vermögens deutlich steigern kann. Und je früher die Übertragung unter Vorbehalt des Nießbrauchs erfolgt, desto größer ist der Spareffekt, da sich der Wert des Nießbrauchs in Abhängigkeit der statistischen Restlebenserwartung berechnet.

Sie haben Fragen? Kontaktieren Sie uns.
Wir beraten Sie gerne ausführlich zum Thema „Lebzeitige Vermögensübertragung“.

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